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Der Köpenickiade zweiter Teil

Nachdem es wieder mal viel Feedback auf den letzten Artikel gab, noch ein kleiner Nachtrag.

Zum letzten Artikel gab es überraschend viel Feedback. Via Mail, fb und Telefon.  Nein, eigentlich kein richtig negatives Feedback, viel Positives, aber auch Fragendes, da sich scheinbar doch etliche Leute verunsichert fühlen.

Aber wie so oft im Leben - man schreibt sich was von der Seele und hofft, dass sich einige Zeitgenossen Gedanken darüber machen und sich vielleicht an der eigenen Nase packen. Nun, Gedanken gemacht haben sich einige darüber, aber wie meistens die Falschen.

Um es mal ganz klar und deutlich auszudrücken, wir haben nichts gegen Konkurrenz, denn die belebt ja bekanntermassen das Geschäft, auch liegt es uns fern, renommierte, gute und erfolgreiche Kollegen schlecht zu machen. (Siehe auch Unternehmenskultur)

Die Sache mit der Köpenickiade aber hat einen ganz spezifischen Hintergrund. Erst im November hörten wir über eine ehemalige Kursteilnehmerin, dass diese durchs Land tingelt und Mantrailingkurse nach "Trautmannschem System" anbietet. Diese Teilnehmerin, uns bestens bekannt, selbst ungeprüft, besucht Hundeschulen, welche sich nach einem Trainer für Mantrailing umgesehen hatten, um dementsprechende Kurse anbieten zu können. Unsere Kursteilnehmerin reist an, gibt übers Wochenende ein Seminar, kann keinerlei Fragen beantworten, antwortet bestenfalls mit "Das ist halt so" und hinterlässt, lange Rede, kurzer Sinn, verbrannte Erde.  Die negative Mundpropaganda macht den Rest, was natürlich zur Folge hat, dass wir uns in diesen geographischen Regionen sehr hart tun, wieder einen Fuß auf die Erde zu bekommen.

Über den Winter bekommen wir mit, dass - wiederum Ex Kursteilnehmer, welche selbst eine Hundeschule betreiben, die evt. bezüglich der angebotenen Inhalte ganz gut sein mag, das können und wollen wir gar nicht beurteilen - Mantrailing in ihr Kursprogramm aufgenommen haben und hier Kurse für Anfänger bis hin zu professionellen Teams anbieten, und, nun kommt es: diese auch zu prüfen gedenken. Hier fehlt zwar die Dreistigkeit, dies in unserem Namen zu veranstalten bzw. zu behaupten, nach unserer Methode, aber wenn man bedenkt, dass diese Leute nach ein, zwei besuchten Kursen selbst gerade mal am Anfang stehen, können einem die zukünftigen Teilnehmer jetzt schon leid tun.

Weitere gehen zwar nicht ganz so weit, bieten aber, nach dem sie selbst gerade mal einen Kurs besuchten und mit dem eigenen Hund noch total unsicher sind, Einsteigerseminare für 300,-- CHF pro Wochenende an.

Wieder andere erdreisten sich, Prüfungen für Rettungshunde abzunehmen, ohne selbst dafür ausgebildet oder qualifiziert zu sein. Entscheiden dann aber, wer im Realfall zum Einsatz kommt und wer nicht.

In den Nachrichten hören wir dann wieder von Fällen, dass die Hilfskräfte 2 Tage lang erfolglos gesucht hätten, selbst Spürhunde wurden eingesetzt, aber erfolglos. 4 Tage später findet ein Spaziergänger das Opfer keine 100 Meter vom letzten bekannten Aufenthaltsort entfernt. :o(

Und dann wundern wir uns, wenn die Mantrailer bei Entscheidungsträgern der Exekutive und den Rettungsorganisationen oftmals nur mit einem milden Lächeln bedacht werden und kritische Stimmen behaupten, die Mantrailerei bringt nichts, alles nur Scharlatanerie.

Es gibt in der Schweiz wie auch in Deutschland etliche renommierte Ausbildungsstätten,die Mantrailen mit im Programm haben.  Ausbildungsstätten und Institutionen, die  viel Zeit, Energie und Fortbildung in ihre Seminarleiter investieren, Ausbildungsstätten mit praxiserfahrenen Instruktoren, die ihr Wissen, ihre Erfahrung an ihre Nachwuchstrainer weitergeben, diese unter Kontrolle haben und laufend überprüfen. Ausbildungsstätten, welche eine klare Linie in ihrem Ausbildungsprogramm haben, solche, die die Ausbildung eines Mantrailerteams strukturiert und sinnvoll abgestimmt aufbauen. Es gibt mit Sicherheit auch viele Hundeschulen, welche diese Disziplin anbieten, darunter sicherlich auch viele, von denen wir noch nie etwas gehört haben und denen auch wir noch völlig unbekannt sind, die aber ein Ausbildungskonzept von einer anderen Institution übernommen haben, dieses konsequent durchziehen und ihre Seminarleiter regelmäßig weiterbilden. Gegen diese Organisationen ist keineswegs etwas einzuwenden.

Im Gegenteil, auch sie leiden unter den falschen Hauptmännern und der verbrannten Erde, welche diese für den schnellen Franken oder Euro hinterlassen. Wir können allen vom Mantrailing Begeisterten und vor allem jenen, die mit dem Gedanken spielen, es zu werden, nur raten, sich an so jemanden zu wenden. Nicht immer ist das nächste und billigste Angebot das Beste.  Aber bevor man ein Seminar bucht und Zeit und Geld investiert, sollte man sich erkundigen ob oben genannte Kriterien von der anbietenden Ausbildungsstätte erfüllt werden. Mag schon sein, dass man die Hundeschule in welcher man seinen Vierbeiner vom Welpenkurs bis hin zur Begleithundeprüfung ausbilden ließ,  super findet und dass die Trainer in diesem Bereich auch tolle Arbeit leisteten. Bedeutet aber nicht, dass nur weil Trailen im Seminarprogramm angeboten wird, dies auch gekonnt wird und vor allem richtig vermittelt wird.

Ist der Entschluss dann gefasst, eine gute Ausbildungsstätte gefunden, und hat man hat den persönlichen Eindruck, die angebotene Ausbildung trägt Früchte, bereitet Hund wie Mensch Spaß und Freude, dann sollte man das angebotene Konzept auch weiter verfolgen und damit weitermachen. Und nicht alle zwei Monate den Anbieter wechseln. Denn wie oben schon erwähnt, gute Ausbildungsstätten haben einen Plan, wie sie ihre Teams ausbilden, aber der kann nicht funktionieren, wenn Teilnehmer alle paar Monate eine andere Methode versuchen. Ist man erst mal fertig mit seiner Ausbildung (was ja eigentlich nie der Fall ist, aber ich denke, ihr wisst, was ich meine), dann kann man beginnen, andere Konzepte und Methoden mit in die eigene Arbeit einzubringen und zu experimentieren.

Wir hoffen damit nun alle Unsicherheiten bezüglich des Köpenickiade Artikels beseitigt zu haben und wünschen euch happy Trails.